Sunday, July 13, 2014

Die Bereicherung einer Reise

Lange Zeit habe ich mir keinen neuen Dinge zugelegt und lange habe ich auch vom bloggen ferngehalten. Als ich vor gut drei Jahren nach Indien gereist bin, hatte ich nicht mehr als einen 25l Rucksack, eigentlich einen Tagesrucksack, bei mir. Meine Intention dahinter: nur mit dem notwendigsten auszukommen. Und das hat sich gut angefühlt. So gut, dass ich auch danach nichts daran ändern wollte und lieber Dinge, die ich bei meiner Familie untergebracht hatte, loswerden wollte, anstatt neue anzuhäufen. Das lag zum einen an dem guten Gefühl des "wenig Besitzen" und zum anderen an neuen Überzeugungen, die während meiner Reise entstanden sind. Dinge, zu denen ich früher keinen Bezug hatte und mit denen ich mich, aus dem Gefühl heraus, dass sie mich nicht beträfen, nie auseinander gesetzt hatte. In den neun Monaten, in denen ich Unterwegs war und die Welt mit neuen Augen zu sehen gelernt habe, habe ich ein anderes, wohl auch gesünderes Verhältnis zu Äußerlichkeiten entwickelt. Nach meiner Rückkehr war der Gedanke des massiven Konsums eher ein Graus als eine Freude für mich. Nicht nur von Shoppingtouren auch vom Schminken habe ich eine lange Zeit Abstand genommen. Ich habe auf dieser Reise gelernt, dass mein Aussehen nicht über mein inneres Wohlbefinden entscheidet und ich nicht abhängig von Dingen wie Kleidung oder Schminke bin. Und dass es ganze andere Dinge sind die mir wirkliches Wohlbefinden geben. Das soll nicht bedeuteten, dass ich mich früher einzig und allein über mein Aussehen und Kleidung definiert habe, sondern eher dass ich dem Ganzen einen anderen Stellenwert gegeben habe als es vielleicht immer gut für mich gewesen ist. Irgendwann war ich einem Punkt angelangt (und vielleicht geht es da manch einem von euch ähnlich), dass ich niemals ohne Schminke aus dem Haus gegangen wäre. Das war nichts worauf ich stolz war, sondern mich eher störte.

Nach mehr als drei Jahren der "Abstinenz" habe ich langsam begonnen mich wieder mit dem Thema Mode auseinanderzusetzen. Zu dieser Zeit habe ich Kleiderkreisel für mich entdeckt und bin absolut begeistert. Leider lassen sich aber auch Käufe bei den gängigen Ketten wie H&M und Zara, deren Arbeitsbedingungen miserabel und deren Stoffe oft voller Chemie stecken, nicht vollends vermeiden, wenn man nicht wie ein Trutchen aussehen möchte. Der Nachhaltigkeit und Moral wegen, versuche ich mich dort auf das nötigste zu beschränken und wenn möglich Dinge bei Kleiderkreisel, Ebay oder auf Flohmärkten zu erstehen. Nach den Erfahrungen meiner Reise fällt es mir aber deutlich leichter, unnötigem Konsum und Frustrationskäufen (meist um irgendetwas zu kompensieren), aus dem Weg zu gehen. Ich möchte mir keine Dinge kaufen, nur um bei einem Trend dabei zu sein, neue ausgefallene Bilder posten zu können oder um mich besser zu fühlen.
Kleidungsstücke, für die wir uns tagtäglich auf neue entscheiden, spiegeln unser inneres Befinden / unsere Stimmung wider, mit dem wir am Morgen in den Tag starten. Beeinflusst von zuvor erfahrenen Assoziationen & Inspirationen. In diesem Sinne ist Kleidung für mich Ausdruck des Inneren. Eine Form des persönlichen Ausdrucks, die ich nicht mehr missen möchte. Aber es tat mir gut, dies für eine gewisse Zeit getan zu haben. Wohl auch um die Wertigkeit des Ganzen für mich genauer zu hinterfragen und zu verstehen. Ich habe begriffen, das Kleidung ein Ausdruck meiner Kreativität ist, die ständig in Bewegung ist, immer neu entdeckt und in verschiedensten Formen ausgelebt werden möchte.


Rock - Ebay / Schmuck - Indien / Hose - Zara

Münsterland


Manchmal
Manchmal, wenn ein Vogel ruft
oder ein Wind geht in den Zweigen
oder ein Hund bellt im fernsten Gehöft,
dann muß ich lange lauschen und schweigen.

Meine Seele flieht zurück,
bis wo vor tausend vergessenen Jahren
der Vogel und der wehende Wind
mir ähnlich und meine Brüder waren.

Meine Seele wird Baum
und ein Tier und ein Wolkenweben.
Verwandelt und fremd kehrt sie zurück
und fragt mich. Wie soll ich Antwort geben?

Hermann Hesse

Friday, July 11, 2014

la lune et le soleil


Die beiden Oberteile sind meine vielleicht liebsten Kleiderkreisel Errungenschaften der letzten Monate.
Fransenshirt von Zara / La Lune Le Soleil Shirt von Truly Madly Deeply
Rock ist von Zara / Hut und Hose von H&M

Thursday, July 10, 2014

Das einzig beständige im Leben ist die Veränderung

Manchmal, da fürchten wir uns vor ihr. Dann bleiben wir wie erstarrt stehen und wissen nicht wohin. Manchmal weichen sogar zurück, wie ein aufgeschrecktes Reh, zurück einen uns bekannten Ort voller Sicherheit. Doch manchmal überkommt uns ein Verlangen, ein Gefühl, dass nichts in Frage stellt und uns mit einer nie gekannten Kraft erfüllt. Ein Verlangen das die Veränderung gar herbeisehnt und uns spüren lässt, dass wir weiter gehen wollen. Vielleicht an einen fremden Ort, an dem wir uns selbst neu entdecken wollen. Vielleicht ist es das Verlangen nach einer innerlichen Veränderung. Danach, ein Verhaltensmuster abzulegen oder eine Leidenschaft neu zu entfachen und den nächsten Tag wie ein neues Leben zu beginnen. Was auch immer es ist, lass dieses Verlangen nicht ziehen, sondern empfange es mit einer liebevollen Umarmung und gehe mit ihr mit. 
(Einen ausführlicheren und persönlichen Reisebericht werde ich zu Zeiten machen, danach wurde nun schon ein paar mal gefragt. Die Reise war abenteuerlich und zugleich aufwühlend, deshalb braucht das etwas Zeit) 

Ein großes und ehrliches Dankeschön zudem für all die lieben Worte von Euch dort draußen. Ich wünsche Euch nach dieses wechselhaften Tagen eine liebliche Nacht in einem Land voll himmlischer Träume.

Tuesday, July 8, 2014

Was für Tage sind das, an die wir uns erinnern?

Von Tag zu Tag und von Jahr zu Jahr wird unser Leben mit neuen Erlebnissen und Erfahrungen gefüllt. Wenn man die Flut an Dingen, die wir tagtäglich Erfahren und Erleben und die sich so auf unserem Weg angesammelt haben, mal rückblickend betrachtet, scheint es ein riesiges Abenteuer zu sein in dem wir stecken. Kein Moment in dem nichts geschieht. Wie auch immer wir uns fühlen, das Leben lebt weiter und zeigt uns seine Lebendigkeit wo immer wir hinschauen. Manchmal aber empfinde ich dieses  Abenteuer alles andere als aufregend, dann ist mir alles ein kleines Stück zu viel. Zu viele Gedanken, zu viele Empfindungen, zu viele Dinge die um mich kreisen. Und wenn dann ein Regenschauer, so wie er es heute schon seit den frühen Morgenstunden, die Welt zu verlangsamen scheint, fühle auch ich mich ein bisschen verlangsamt. 
Dann durchstöbere ich die festgehaltenen Augenblicke des vergangen Sommers und frage mich was das für Tage sind, zwischen all diesen Tagen, an die wir uns erinnern? Eine schier endlos erscheinende Aneinanderreihung von Tagen, gefüllt mit noch mehr Dingen, die uns berührt und bewegt haben. Was bleibt von diesen Tagen? Beim Blick auf die Bilder, merke ich, dass es für mich die Tage des letzten Sommers waren, an denen ich mich von Sorgen und Gedanken losgelöst in den Tag gestürzt habe und mich einfach habe treiben lassen. Ohne Vorlesungen, ohne Verpflichtungen habe ich die Augenblicke auf mich zukommen lassen und bin mit ihnen mitgetanzt als sie vorüberzogen.
Barfuß, mit tropfendem Eis in der Hand, über den warmen Asphalt laufen.  Mit Kreide den Straßen etwas Farbe einhauchen und einen Eismann damit glücklich machen. In den eiskalten Kanal springen, in der sonne trockenen und sich dabei Geschichten vorlesen. Ziellos mit dem Fahrrad die Gegend erkunden und mit einer analogen Kamera vom Flohmarkt Fotos schießen, ohne zu wissen ob sie überhaupt noch funktioniert. Oh, diese Tage sind hängen geblieben. Nicht nur in meiner Erinnerung, auch in meinem Herzen. Haben mich wochenlang zehren lassen und füllen mich auch jetzt noch, bei dem Gedanken an sie,  mit Wärme und dieser gewissen Ruhe.
Ich möchte mich öfter bewusst für diese Tage entscheiden.



Sunday, July 6, 2014

Neue Heimat

Meine Familie ist vor zwei Wochen umgezogen. Zwar wohne ich nicht mehr zuhause, aber es war mir wichtig, dabei zu sein. Wenn sich die "Heimat" von einem Ort löst und sich an einem anderen niederlässt kann es merkwürdig sein, dies nicht mitzubekommen. Diese Erfahrung habe ich vor gut drei Jahren bereits einmal gemacht, als meine Familie von dem Bauernhof wegzogen ist auf dem ich den größten Teil meines Lebens verbracht habe. Zu dieser Zeit war ich auf Reisen und kam erst zurück als sie schon gut ein halbes Jahr an dem neuen Ort wohnten. Zu einem wirklichen zuhause wurde es nie. Was wohl auch an der Tatsache lag, dass es das Haus meines ehemaligen Freundes war, in dem ich fünf Jahre ein- und ausgegangen bin. Diesmal ist es ein Haus an dem keinerlei Assoziationen hängen und so genügend Raum für einen Neubeginn lässt.

Das kleine Häuschen mit rotem Klinker, alten Holzfenstern, einer Treppe mit knarrenden Dielen und einem bezaubernden Garten  bekam in dem Augenblick, in dem ich es das erste mal betrat, ein Platz in meinem Herzen. Die ungleichen und leicht schiefen Steinplatten geben der Terrasse einen ganz eigenen Charme. Das kleine zugewachsene Gewächshaus, wartet darauf mit Pflanzen belebt zu werden. Und neben Haselnuss- und Feigenbäumen, lädt ein kleiner Teich an der Stelle, wo die Abendsonne den Garten am längsten in Wärme hüllt, zum Müßiggang ein.

Die Freude für meiner Familie, nun dieses freundliche und warme Haus ihre Heimat nennen zu können, ist unbeschreiblich. Ich habe gut eine Woche hier verbracht und als ich den ersten morgen wieder in der Stadt aufwachte, waren meine ersten Gedanken bei dem grünen Garten, in dem es sich so meditativ in den Tag starten lässt. 

Zimmer meiner jüngsten Schwester


Monday, June 30, 2014

Vom Münsterland ins Elbsandsteingebirge

Das Elbsandsteingebirge als Ziel vor Augen, machten wir uns in der Nachts des vorletzten Mittwochs auf den Weg. Hielten, für ein Nachtlager, an dem auf dem Weg gelegenen Edersee an. Erfrischten uns in den Morgenstunden in seinem kühlen Nass. Und wärmten uns mit Kaffee, an den freigespülten Wurzeln eines Baumes, wieder auf.. Fuhren weiter. Mal durch Sonnenfelder, mal durch Nieselregen. Pflückten Blumen an jedem Halt und ließ unseren Strauß von Tag zu Tag wachsen. Ließen uns von der Imposanz der Steinformationen, von der Natur ins Nichts gesetzt, verzaubern. Suchten Unterschlupf in einer Höhle, als ein Regenschauer auf der Spitze des Gebirges über uns hinweg schwebte. Und bestaunten dann die Aussicht auf die Grüne Landschaft und die durch sie hindurchfließende Elbe als die Sonnenstrahlen langsam durch die Wolkendecke hindurch sickerte. Schlenderten einen Abend durch die von der Abendsonne in warmes Licht getauchten Straßen Dresdens. Und den darauffolgenden, durch die süßen Straßen der Altstadt von Pirna. Fieberten in einem liebevoll gestalteten Irish Pub mit den Schweizern mit. Und kochten Abendessen an der Elbe und badeten in ihr am nächsten Morgen mit leichter Gänsehaut.
                       
Ich bin verzaubert von der Zeitlosigkeit dieser Tage. Davon, wie schön es sein kann, wenn man spürt, dass der Weg das Ziel ist. Und davon, sich gemeinsam treiben zu lassen und einfach die Wegabzweigung wählt, die Schönes verspricht.

worte. von und für.

Danke, ihr Lieben, für eure Nachrichten und die vielen wohltuenden Worte zu dem Bücher-Post den ich vor einigen Tagen online gestellt habe.
Aus meinem Kindheitstraum "Schriftstellerin" ist ja vorerst nichts geworden, aber vom Schreiben habe ich mich übrigens nie weit entfernt. Auf dem Bild seht ihr meine Tagebücher, die sich seit meinem zehnten Lebensjahr mit meinen Gedanken, Gefühlen, Sorgen und Freuden gefüllt haben.

Ihr habt mir so liebe Kommentare zukommen lassen, auf diese mag ich nun ein wenig eingehen:

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» Liebe Barbara, danke für deine lieben Worte. Die Bücher auf dem dritten Bild sind die meiner Mutter. Früher war es eine ganze Bücherwand, die unser Zuhause zierte. Meine Mutter liebte es schon immer auszumisten und unseren Hausstand von ungenutztem zu befreien und ihn auf das nötigste an Dingen zu reduzieren. Das sorgte früher gerne mal für etwas Furore bei meinen Geschwistern und mir.
Irgendwann trennte sie sich auch von dem Großteil ihrer Bücher und bewahrt heute nur noch die auf, die ihr wirklich etwas bedeuten.
Nachdem ich deine Frage gelesen hatte, wurde mir klar, dass all die Bücher die ich euch vorgestellt habe, Empfehlungen meiner Mutter waren. "Winterjournal" von Paul Auster habe ich nicht gelesen. Aber "Unsichtbar"  und "Was ich liebte" von seiner Frau Siri Hustvedt. Beide haben mir sehr gefallen.

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» Wunderbare, liebe, unbekannte Isabelle! Deine warmen Worte haben meinen Tag noch etwas heller werden lassen... Auch wenn all das hier diese Anonymität mit sich bringt ist es schön zu sehen wie wir die, die Welt nicht mehr ohne Internet kennen, damit umgehen und es im Guten nutzen. Auch Worte die für einen Fremden sind, erreichen das Gegenüber. In welcher Form auch immer. Auch wenn es so viele Menschen gibt, die wir nie kennenlernen werden, verbindet uns doch alle das Eine und ich bin dankbar, so lieben Menschen auf diesem Wege zu "begegnen". Danke dir, die du mich vor einigen Monaten mit deinen Worten wieder zu einer Begeisterung zum bloggen geführt hast. Wie schön, dass wir uns auch "anonym" Gutes tun können. Alles liebe für Dich!
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» Elisa Gulia, danke du Liebe, für deine Nachricht. So einen regen Austausch hatte ich noch mit keiner anderen Bloggerin :) Ich glaube ich würde das mit dem Einrichten tatsächlich gerne irgendwie beruflich machen.  Wenn ich in einen Raum komme, stelle ich mir automatisch vor wie ich ihn einrichten und das bestmögliche aus ihm herausholen könnte. Doch irgendwie hat weder das Praktikum beim einen Innenarchitekten noch beim Raumausstatter wirkliche Begeisterung in mir hervorgerufen. Begonnen habe ich dann mit Philosophie und Kunstgeschichte, einfach aus Interesse heraus, zweites habe ich dann gegen Religionswissenschaften "ausgetauscht". Zur Zeit merke ich aber, dass mir das Kreative fehlt, dass ich der Kreativität einen höheren Stellewert in meinem Leben geben möchte... Da ich mir eh nicht vorstellen kann in diesen Bereichen zu arbeiten, kann es sehr gut sein, dass ich in naher Zukunft eine Neuorientierung in Angriff nehme. Was machst du denn neben deiner Musik und dem Modeln? Facebook habe ich, aber nur privat:)  Liebe!
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» Farina: Meine Kleidung bewahre ich in einer alten, nicht allzu großen Kommode auf. Zwar habe ich mich reduziert, doch platzt es immer noch aus den Nähten :) Ich werd´sie bald mal fotografieren...

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» Anonymous:
» Das Stricktop ist von Forever 21 
» den kleinen Teppich habe ich auf einem Flohmarkt erstanden.
» Bei dem Ort in Thailand von dem ich geschrieben habe, handelt es sich um Chiang Mai. Meine sonstige Zeit in Thailand habe ich in Pai und auf der kleinen Insel Ko Chang verbracht. Bei Gelegenheit werde ich Euch auch noch ein paar Thailand Bilder zeigen.